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SAVE THE PLANET

Wo stehen wir beim globalen Klimaschutz? – Prof. Dr. Dirk Messner

Foto: Susanne Kambor / Umweltbundesamt

Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit voller Kraft für den nötigen Wandel einsetzen.

Prof. Dr. Dirk Messner
Präsident des Umweltbundesamtes

Am 22. März schalten Menschen auf der ganzen Welt wieder für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. Die jährliche „Earth Hour“ ist ein Symbol für die internationale Bedeutung des Klimaschutzes, das kooperativ und länderübergreifend funktioniert.

Genau darum geht es in der internationalen Klimapolitik: Auf den Weltklimakonferenzen diskutieren und vereinbaren Staaten Klimaschutzmaßnahmen, deren Erfolg davon abhängt, dass jeder seinen fairen Beitrag leistet. Nur wenn Regierungen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen rund um den Erdball kooperativ und ambitioniert zusammenarbeiten, kann ein bedrohlicher Klimawandel noch verhindert werden. Auch nach 30 Jahren Klimaverhandlungen bleibt hier weiterhin viel zu tun. Das Umweltbundesamt bringt sich seit den Anfängen des globalen Klimaschutzes mit wissenschaftlich fundierten und praktisch erprobten Lösungsvorschlägen in die Verhandlungsprozesse ein.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass unsere Klimaschutzbemühungen nicht nachlassen dürfen, sondern weiter verstärkt werden müssen: 2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der globalen Temperaturaufzeichnungen. Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen steigt weiter an und mit der Umsetzung der nationalen Klimaschutzpläne der Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens würden wir bis Ende des 21. Jahrhunderts eine mittleren Erderwärmung von etwa plus 2,7 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten erreichen.

Bei einer solch drastischen Erwärmung drohen irreversible Schäden an den Ökosystemen der Erde, unserer Infrastruktur und unserer Gesundheit. Küstengebiete würden durch den Meeresspiegelanstieg zum Teil unbewohnbar. Schon jetzt sehen wir eine Zunahme an verheerenden Extremwetterereignissen und Naturkatastrophen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel wahrscheinlicher geworden sind, wie etwa die die Zerstörungen um Valencia durch Extremwetterereignisse Ende 2024 oder die Waldbrände in Kalifornien Anfang dieses Jahres.

Im Bereich der Energiewende sehen wir in Deutschland enorme Fortschritte. 2024 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch in Deutschland bei rund 54 Prozent. Zudem zeigt sich, dass Investitionen in Erneuerbare sich auch wirtschaftlich lohnen: Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts sind Solar- und Windenergie die kostengünstigsten Technologien zur Stromgewinnung.

Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit können also Hand in Hand gehen. Natürlich ist die Transformation unserer Wirtschafts- und Lebensweise mit zusätzlichen Anstrengungen verbunden. Hier eine globale Vorreiterrolle einzunehmen, sichert die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in einer Welt, die unweigerlich an ihre ökologischen Grenzen stößt. Unzählige Studie zeigen: Die ökonomischen und sozialen Kosten des Nichthandels sind deutlich höher als rechtzeitige Investitionen in eine klimaneutrale Zukunft. Die Energiewende ist weltweit bereits im vollen Gange und bringt neben dem Schutz unseres Klimas weitere positive Zusatzeffekte mit sich, wie eine mehr Unabhängigkeit in Energiefragen von autoritären Staaten und weniger Umwelt- und Luftverschmutzung.

Wir kennen die Lösungen und wir haben viele der nötigen Technologien. Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit voller Kraft für den nötigen Wandel einsetzen. Nur so sichern wir unseren Wohlstand, unsere Lebensqualität und die Lebensgrundlagen kommender Generationen. Denken Sie daran, wenn Sie morgen das Licht für eine Stunde ausschalten.

Weitere Informationen finden Sie unter:

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